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Emanzipation

Emanzipation

Das Wort Emanzipation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet frei übersetzt “in die Eigenständigkeit entlassen”, damals noch in keinem Kontext mit der Gleichberechtigung der Frau, sondern bezogen auf die Freilassung von Sklaven. Geschlechtsspezifische Emanzipationsbewegungen, also Bewegungen für Frauenrechte, enstanden vorallem durch die französische Revolution im Zeitalter der Aufklärung auf Grund des Gedankens der Gleichheit aller Menschen. Mitte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts enstanden allerorts Frauenbewegungen, die sich für das Recht auf Bildung, für das Recht auf Erwerbstätigkeit und später auch für das Frauenwahlrecht einsetzten.

Emanzipation

Wenn auch die Grundidee der Emanzipationsbewegung in der heutigen Zeit noch in manchen Belangen noch immer nicht am Ziel ist, man denke zum Beispiel an den Arbeitsmarkt, wo gleicher Lohn für gleiche Arbeit noch immer für Diskussionen sorgt oder an die Stellung der Frau in manchen Kulturen, hat sich die Bedeutung der “emanzipierten” Frau doch deutlich gewandelt. Wurden die ersten Frauenrechtlerinnen noch abwertend als Suffragetten und Blaustrümpfe bezeichnet und die Kämpferinnen gegen den Antifeminismus in den 90iger Jahren als Mannweiber angefeindet, so gilt heute die emanzipierte Frau als finanziell und sexuell unabhängig und somit als tüchtig und tough.

Emanzipation ist oft kräfteraubend

Die Zeit hat allerdings auch gezeigt, das wirtschaftliche Unabhängigkeit und Gleichstellung in der Berufswelt für die Frauen mitunter eine kräfteraubende Arbeit bedeuten. Auch die sexuelle Gleichberechtigung, theoretisch zwar unbestritten, ist im Alltagsdenken noch nicht so fest verankert, dass gleiches Verhalten nicht den Ruf des tollen Hechts beim Mann und den des leichtlebigen Flittchens bei der Frau bewirken würde.
Was bedeutet nun die emanzipierte Frau für eine Beziehung – oder die Beziehung für eine emanzipierte Frau? Arbeitsteilung sowie gleiche Rechte und Pflichten können eine Partnerschaft stabiler gestalten und mehr Verständnis füreinander bewirken. Trotzdem klagen viele Männer über Unterdrückung und Entfremdung, viele Frauen vermissen den beschützenden Helden oder den zuvorkommenden Kavalier. Bei aller notwendiger Gleichberechtigung in Partnerschaften ist die wichtigste Prämisse, nicht gleichwertig nebeneinander sondern ergänzend miteinander zu leben. Um Schwächen zuzugeben oder um eine Schulter zum Anlehnen zu suchen und zu akzeptieren, sollte kein Mann zu stark und keine Frau zu emanzipiert sein – dann sind sie auch wieder völlig “gleich berechtigt”.


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